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MAR 2015

Installation nach VdS 2106

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Funkenlöschanlagen verhindern Staubexplosionen

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In Europa ereignet sich im Schnitt täglich eine Staubexplosion. Die Gefahr einer solchen Explosion besteht grundsätzlich bei brenn- baren Stäuben, wenn deren Konzentration in der Luft „stimmt“ und eine Zündquelle vorliegt. Funkenlöschanlagen können Staubexplosionen verhindern, die Installation darf aber nur erfolgen, wenn die Funkenlöschanlage der neuen VdS-Richtlinie entspricht.

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Um das Risiko einer Staubexplosion auszu- schließen, müssen Maschinen und Absaug- anlagen auf Funkenflug überwacht und durch Funkenlöschanlagen gesichert wer- den. Funkenlöschanlagen können solche Explosionen verhindern und sich somit in- nerhalb weniger Sekunden amortisieren. VdS-konforme Installation Wichtigste Voraussetzung für sicheren anla- gentechnischen Brandschutz ist eine VdS- konforme Installation. Da sich sowohl die Anforderungen an den anlagentechnischen Brandschutz, als auch die verfahrenstech- nischen Abläufe in den einzelnen Indus- triebranchen weiterentwickelt haben, war eine Überarbeitung der Richtlinie sowohl aus Sicht der Versicherer als auch aus Sicht der Errichter zwingend erforderlich. Die bisherige Richtlinie war außerdem stark auf die holzverarbeitende Industrie, in der sie ihren Ursprung hatte, und auf die Lebens- mittelindustrie zugeschnitten. Da Funken- löschanlagen in fast allen Industriebran- chen zum Einsatz kommen, waren zusätz- lich neue Schutzkonzepte notwendig. Zur Überarbeitung der VdS-Richtlinie 2106 wurde daher Ende 2011 eine Arbeits- gruppe bestehend aus dem VdS, Vertretern der Versicherungswirtschaft sowie allen VdS-anerkannten Errichtern gebildet. Ziel dieser Arbeitsgruppe war es, die Richtlinie entsprechend dem aktuellen Stand der Technik zu überarbeiten und sie gleichzei- tig so zu gestalten, dass sie im Aufbau den anderen VdS-Richtlinien entspricht. Die Richtlinie wurde im Dezember 2012 verab- schiedet und ist maßgeblich für alle Fun- kenlöschanlagen, die nach dem 1. Mai 2013 vom anerkannten Errichter in Auftrag ge- nommen werden. Anerkanntes System Grundlage der VdS 2106 sind die VdS-zuge- lassenen Funkenlöschsysteme der einzel- nen anerkannten Errichter. Nur mit den Komponenten dieser Brandschutzsysteme werden die Risikobereiche des Schutzob- jektes zuverlässig gegen Funkenflug, Brand und Explosion geschützt. Aber was genau bedeutet „VdS-zugelas- senes System“? Die VdS Schadenverhütung prüft im Rahmen der Systemanerkennung alle Komponenten eines Funkenlöschsy- stems in eigenen Laboratorien und stellt durch wiederkehrende Produktaudits beim Hersteller der Funkenlöschanlage sicher, dass die Brandschutzsysteme stets nach den gleichen hohen Anforderungen gefer- tigt und getestet werden. Nur durch VdS-zugelassene Systeme wird also sichergestellt, dass der Stand der Tech- nik bei gleichbleibend hohem Qualitäts- standard installiert wird. Zusätzlich muss der Errichter des Brandschutzsystems nachweisen, dass er jährlich eine be- stimmte Anzahl von Funkenlöschanlagen gemäß den VdS-Richtlinien mängelfrei pro- jektiert und installiert hat. Definition des Schutzumfanges Bei der Definition des Schutzumfanges sollte man sich folgendes vor Augen halten: „Der Umstand, dass in einem Industriebetrieb jahrzehntelang kein Brand ausgebrochen ist, beweist nicht, dass insofern keine Gefahr be- steht, sondern stellt für die Betroffenen ei- nen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“ [Urteilsbegrün- dung des OVG Lüneburg vom 23. Sept. 1976]. Sinn macht der Einsatz eines VdS-zugel- assenen Systems jedoch nur, wenn die Fun- kenlöschanlage auch vollumfänglich ge- mäß der gültigen VdS-Richtlinie errichtet wurde. Bruchstückhafte Konzepte und Ab- weichungen von der Richtlinie, die nur Teil- bereiche einer Produktionsanlage schüt- zen, werden immer dazu führen, dass es ge- nau dort zu brennen beginnt, wo kein Brandschutz installiert wurde. Erstaunlicherweise werden aber bei Risi- koanalysen unterschiedlichste betriebliche Risiken betrachtet, der vorbeugende Brand- schutz bleibt hierbei jedoch oft unberück- sichtigt. Dies ist umso unverständlicher, als Brände infolge der Betriebsunterbre- chungen hohe Folgekosten nach sich zie- hen können und evtl. die wirtschaftliche Existenz eines Produktionsbetriebes ge- fährden. Zusätzlich bieten die Sachversi- cherer in der Regel hohe Rabatte bei der In- stallation von vorbeugenden Brandschutz- systemen an. Die Kosten des vorbeugenden Brand- schutzes betragen, bezogen auf das Investi- tionsvolumen einer Produktionsstätte, zwar nur ca. 1 % und können sich innerhalb weni- ger Sekunden amortisieren, und doch müs- Autor: Thomas Warnecke, Geschäftsführer, T&B electronic GmbH, Alfeld  betriebstechnik sen Versicherer und Errichter oftmals den Betreiber davon überzeugen, dass die bil- ligste nicht immer die günstigste Lösung ist. Für den Betreiber ist der Brandschutz am günstigsten zu realisieren, wenn der Er- richter des Brandschutzsystems bereits in der Planungsphase eingebunden wird. Dann lassen sich kundenspezifische Schutzkonzepte optimal umsetzen. Diese Schutzkonzepte sollen sich gemäß den An- forderungen der neuen VdS-Richtlinie im Installationsattest sowie in der Anlagendo- kumentation widerspiegeln. Weitere Schutzmaßnahmen Ergänzend zur Installation einer Funken- löschanlage ist zu beachten, dass weitere Schutzmaßnahmen das Konzept abrunden sollten. So sind z. B. pneumatische Förder- leitungen, die durch Brand- bzw. Komplex- trennwände hindurchführen, mit Brand- schutzschiebern zu versehen. Wichtig ist auch die Realisation einer sy- stematischen Maschinenabschaltung im Falle eines andauernden Funkenfluges. Die Betriebsmittelansteuerung ist zwar explizi- te VdS-Forderung, wird aber bauseits gerne „vergessen“. Nur durch eine Abschaltung kann sichergestellt werden, dass Brände sich nicht in andere Anlagenbereiche aus- breiten. Das Abschaltkonzept ist vom Be- treiber (mit Unterstützung des Errichters) zu erstellen und stellt eine wesentliche Be- treiberpflicht dar. Die Darstellung der Ab- schaltmatrix erfolgt analog VDI 3819 und ist dem Versicherer vorzulegen. Ohne ein schlüssiges Konzept zur Betriebsmittelan- steuerung verweigern die Versicherer die Anerkennung der installierten Anlage. Installation der Anlage Entsprechend dem Stand der Technik wur- den die Anforderungen an die Halterung der Löschwasserleitungen den Forde- rungen der CEA 4001 angepasst. Zusätzlich wurden Pressfitting-Systeme in Kupfer und Edelstahl in die Richtlinie aufgenommen. Diese Systeme ermöglichen wesentlich ko- stengünstigere Montage als herkömmliche Gewindeverbindungen. Zwingend ist nach erfolgter Installation eine Isometrie des Rohrnetzes zu erstellen und durch die hauptverantwortliche Fachkraft des Errich- ters eine hydraulische Berechnung durch- zuführen. Nur so kann sichergestellt werden, dass an allen Löschautomatiken der notwendige Prinzip einer Funkenlöschanlage gemäß VdS 2106 Die Funkenerkennung (A) wird mit mindestens zwei Funkenmeldern realisiert, welche den gesamten Rohrleitungsquerschnitt überwachen. Die Funkenlöschein- richtung (B) besteht aus einem schnell öffnenden Magnetventil, sowie mindestens einer Löschdüse. Gegen Verschmutzung sind die Löschdüsen mit einem Verschluss versehen. Die Löschung wird solange aufrechterhalten, bis der letzte, erkannte Funken (C) die Löschstrecke passiert hat, dann schließt die Löschautomatik selbst- ständig. Die Funkenlöschanlage bleibt weiterhin einsatzbereit, so dass ein neu entstehender Funkenflug sofort wieder bekämpft werden kann. Die minimale Löschzeit beträgt mindestens drei Sekunden und verlängert sich automatisch bei andauerndem Funkenflug. Durch eine einstellbare Funkenschwelle kann eine Maschinenabschaltung (D) vorgenommen werden. Die Anzahl der erkannten Funken sowie die Auslöseschwelle wird an der Funkenmeldezentrale angezeigt. Die Funken- melder haben eingebaute Testeinrichtungen und die Funkenmeldezentralen (H) eine automatische Meldertesteinrichtung. Die Funkenmeldezentralen können Alarmmel- dungen oder Störungen speichern und als Klartext anzeigen. Die Anbindung an ein kundenseitiges Netzwerk ist möglich. Fließdruck anliegt. Insbesondere an die Di- mensionierung und Leistungsfähigkeit der Wasserversorgung und an die Auslegung des Druckbehälters werden in der neuen Richtlinie wesentlich höhere Anforderun- gen gestellt, als dies bisher der Fall war. Zu einer VdS-konformen Installation gehören stets mindestens zwei Melder, die sich aus Gründen der Redundanz in zwei separaten Gehäusen befinden müssen. Prüfung, Wartung, Inspektion Die wiederkehrenden Prüfungen durch VdS Schadenverhütung beim Betreiber der An- lage stellen in Verbindung mit den erforder- lichen Inspektionen und Wartungen durch den zugelassenen Errichter sicher, dass die installierten Brandschutzsysteme stets ein- satzbereit sind - und zwar auch nach mona- telanger „stiller“ Bereitschaft. In diesem Zusammenhang ist auf die War- tung und Inspektion der Anlagen gemäß den Anforderungen der neuen Richtlinie hinzuweisen. Sowohl für den Betreiber als auch für den Errichter der Anlagen sind Kontrollprogramme zur Erhaltung der Be- triebsbereitschaft definiert. Die Nichtbe- achtung dieser Kontrollprogramme gefähr- det den Versicherungsschutz im Schadens- fall. Zusätzlich kommt der Betreiber nur bei Einhaltung der in der DIN 0833 vorgese- henen Inspektions- und Wartungsintervalle seinen gesetzlichen Verpflichtungen nach. Die DIN 0833 fordert ausdrücklich regelmä- ßige Inspektion und Wartung von Brand- schutzsystemen durch den anerkannten Er- richter. Der Verzicht auf Inspektionen und Wartungen kann den Versicherungsschutz gefährden. T&B www.vfmz.net/1042830 VERFAHRENSTECHNIK 1-2/2014 3 
 
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